Resenzion „Nervöse Fische“ von Heinrich Steinfest

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Heinrich Steinfest kehrt in seinem zweiten Kriminalroman bei Piper (und nunmehr 7. Krimi bisher) in seine Heimatstadt Wien zurück (er lebt ja seit Jahren in Stuttgart). 



Und er betritt gleich neues Terrain: der Wiener Chefinspektor Lukastik, ein unkonventioneller Ermittler und überzeugter Anhänger des „Tractatus Logicus Philosophicus“ von Ludwig Wittgenstein, bekommt es mit einem rätselhaften Fall zu tun. Im Swimming Pool am Dach eines Wiener Hochhauses wird die Leiche eines Mannes gefunden, der durch einen Haiangriff ums Leben gekommen ist. Allerdings ist von einem Hai weit und breit keine Spur zu finden. Jedoch wurde bei der Leiche ein Hörgerät gefunden, das die Ermittler zu einem Friseur im niederösterreichischen Zwettl führt. Nachdem aber Lukastiks Assistent und dessen Kollegin auf mysteriöse Weise verschwinden, begibt sich der Chefinspektor persönlich nach Zwettl, um der Sache nachzugehen.
Seine Recherchen bringen immer mehr Licht in diesen rätselhaften Fall, obwohl die Ermittlungen von kleineren Pannen begleitet sind. 
Lukastik findet heraus, wer das Opfer und sein vermeintlicher Täter war, stößt dabei aber auf die wahrscheinlich finale Spur, die ihn zurück nach Wien führt. Aber statt dem letzten fehlenden Mosaiksteinchen zur Klärung des Falles, findet er sich in einem geheimnisvollen unterirdischen See wieder, umgeben von blinden Haien der Art Carcharhinus leucas.
In einem dramatischen Finale löst sich das Rätsel in seiner Gesamtheit und offenbart einen beteiligten Personenkreis mit reichlich grotesken Zügen.
So scharf und krass die Steinfestsche Realität auch gezeichnet ist, seine Figuren tragen dennoch mehr oder weniger verschrobene Züge, obwohl man nie weiß, was auf der nächsten Seite lauert...
„Amüsant, spritzig und geistreich – Wienweit empfohlen.“



Von Rudolf Kraus am 10.01.2005

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